27.03.2019·Neue Verfahren Sinuslift ‒ zwei innovative Ansätze

·Neue Verfahren

Sinuslift ‒ zwei innovative Ansätze

von Wolfgang Schmid, Schriftleiter ZahnmedizinReport, Berlin

| Die meisten Sinusliftverfahren sind extrem invasiv und erhöhen das Risiko von Komplikationen, Infektionen und Beschwerden des Patienten. Zwei innovative Sinuslift-Technologien liefern neue Lösungen für das Sinusliftverfahren. Ein System aus Israel verblüfft durch seine einfache Handhabung. |

 

Densah® ‒ Verdichtung und Autotransplantation von Knochen beim Bohren

Die Densah®-Bohrer-Technologie (Fa. Versah) basiert auf einer biomechanischen Knochenpräparationstechnik. Anders als bei herkömmlichen Bohrtechniken wird bei der Osseo-Verdichtung das Knochengewebe nicht ausgehöhlt und abgetragen, sondern vielmehr gleichzeitig verdichtet und vom Osteotomiebohrer nach außen und in Richtung Kieferhöhle gedrückt. Wenn der Bohrer mit hoher Drehzahl in umgekehrter, nicht schneidender Richtung mit stetiger externer Spülung gedreht wird, bildet sich eine starke und dichte Schicht von Knochengewebe entlang der Wände und der Basis der Osteotomie.

 

Abhängig von der Kieferkammhöhe wird hier in mehreren Arbeitsschritten mit zunehmend größeren Bohrern eine reine Autotransplantation des ortständigen Knochens zur Elevation der Kieferhöhlenschleimhaut erreicht. Wie Dr. Nader Tawassoli, niedergelassener Implantologe in Würzburg, berichtet, zeigen erste klinische Anwendungen vielversprechende Ergebnisse mit hoher Erfolgsrate, geringer Morbidität und guter Akzeptanz beim Patienten. [1]

 

DIVA® ‒ Sinuslift durch das Implantat hindurch

Unkomplizierter und mit wesentlich weniger Werkzeug- und Zeitaufwand funktioniert das DIVA®-System (Dynamic Valve Approach) des israelischen Herstellers Upheal Dental. Hier ist das Implantat gleichzeitig das Werkzeug für den Sinuslift. Das Implantat hat einen Innenkanal und drei Austrittsöffnungen an der Spitze. Es wird nach konventioneller Vorbohrung bis zur Schneider‘schen Membran eingedreht und die Membran dann mit Kochsalzlösung ‒ die durch das Implantat injiziert wird ‒ hochgedrückt. Danach wird das Implantat fertig eingedreht, flüssiges Knochenersatzmaterial durch das Implantat eingespritzt und der Innenkanal des Implantats mit einer Schraube verschlossen. Nach der Einheilung kann das Implantat konventionell mit einem Abutment versorgt werden. Tipp: Ein Video zu dem Verfahren finden Sie unter iww.de/s2575.

 

Eine Vier-Jahres-Nachbetrachtung von 378 Implantaten ergab eine Erfolgsrate von 94,5 Prozent. [2]

 

Quellen

  • [1] Tawassoli N. Alternative Wege zur Sinusbodenelevation durch eine neue Generation von Osteotomie-Bohrern ‒ klinische Anwendung & Fallbericht. 32. DGI-Kongress, Wiesbaden, 29.11.‒01.12.2018.
  • [2] Nahlieli O et al. Four-years‘ experience with dynamic implants with internal port for minimally invasive sinus elevation. Quintessence Int. 2016; 47 (8): 669‒675.

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