Unverträglichkeiten gegenüber Dentalmaterialien: Eine Vielzahl möglicher Ursachen

Bei Patienten, die über Unverträglichkeiten gegenüber Dentalmaterialien klagen, muss neben Allergien eine Vielzahl von dentalen oder orofazialen Ursachen mit Relevanz für die von den Patienten geäußerten Beschwerden in Betracht gezogen werden.

Die Prävalenz von Unverträglichkeiten gegenüber Dentalmaterialien wird allgemein als niedrig eingeschätzt. In einer früheren Studie der Universität Regensburg an 500 Patienten ergab sich bei 14% der Patienten eine Allergie als Ursache für die berichteten Beschwerden. Eine auf 625 Patienten erweiterte Kohorte wurde nun auf mögliche nicht-allergiebedingte dentale und orofaziale Ursachen untersucht.

Die untersuchten Patienten, die die Spezialsprechstunde der Uni Regensburg aufgesucht hatten, waren zu etwa 80% Frauen, das mediane Alter betrug 58 Jahre. Die am häufigsten berichteten Beschwerden waren Mundbrennen (43,8%), Geschmacksstörungen (28,8%) und Mundtrockenheit (22,7%). Allergien gegen Dentalmaterialien konnten bei nur 12,3% verifiziert werden. Bei 28,0% der Patienten konnten keine zahnärztlichen oder orofazialen Befunde mit Relevanz für die von den Patienten geäußerten subjektiven Beschwerden gefunden werden.

19,8% der Patienten wiesen relevante funktionelle Symptome auf, 16,2% relevante orofaziale Erkrankungen (z.B. oraler Lichen planus), 15,2% relevante mechanische Irritationen durch zahnärztliche Restaurationen, 10,1% bzw. 9,4% relevante dentogene (z.B. Pulpitis) bzw. plaquebedingte (z.B. Gingivitis) Symptome, 9,4% Hyposalivation. Bei 7,2% der Patienten wurden relevante Verarbeitungsfehler am Zahnersatz festgestellt.

Cieplik F et al. Dentale und orofaziale Ursachen bei 625 Patienten mit Verdacht auf Unverträglichkeiten gegenüber Dentalmaterialien. 35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung, 18.-20. November 2021 in Göttingen.

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