Zahnmedizin

Drei statt sieben Tage: Weniger Antibiotika bei aggressiver Parodontitis

Der Einsatz von Antibiotika bei Parodontitis erfolgt aufgrund der bedrohlich ansteigenden bakteriellen Resistenzlage nur bei ausgewählten Patienten mit aggressiven Verlaufsformen. In einer Studie konnte PD Dr. Raluca Cosgarea jetzt zeigen, dass mit Blick auf diesen Hintergrund die medizinisch erforderliche Gabe von Antibiotika reduziert werden kann.

Wenn medizinisch erforderlich (Aggressive Parodontitis III/IV Grad C), bekommen die Betroffenen sieben Tage lang 500 mg Amoxicillin + Metronidazol als Ergänzung zur subgingivalen Instrumentierung. Doch die Entwicklung von Resistenzen ist das Problem.

50 systemisch gesunde Patienten (32,7±4,3 Jahre) mit aggressiver Parodontitis (Stadium III/IV Grad C Parodontitis) wurden mit SI und zusätzlichem Amoxicillin und Metronidazol behandelt und nach dem Zufallsprinzip der Gruppe A: (n=25) 500 mg Antibiotika 3-mal täglich für 3 Tage, gefolgt von Placebo 3-mal täglich für 4 Tage, oder der Gruppe B: (n=25) 500 mg AB 3-mal täglich für 7 Tage zugeordnet.

In ihrer Forschungsarbeit konnte Cosgarea gemeinsam mit Kollegen zeigen, dass die systemische Gabe der im ganzen Körper wirkenden Antibiotika auf drei Tage reduziert werden kann – und zwar ohne einen signifikanten Unterschied beim Behandlungserfolge nach sechs Monaten.

Cosgarea R et al.. Clinical, microbiological, and immunological effects of 3- or 7-days systemic antibiotics adjunctive to subgingival instrumentation in patients with stage III/IV grade C: a randomised placebo-controlled clinical trial. J Clin Periodontol 2022, online 04.07.2022. doi: 10.1111/jcpe.13676

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