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26.04.2013·Zahnmedizin Neue Kölner Defektklassifikation: Eigenknochen versus Alternativen

·Zahnmedizin

Neue Kölner Defektklassifikation: Eigenknochen versus Alternativen

| Am 9. Februar 2013 hat sich die 8. Europäische Konsensuskonferenz (EuCC) des BDIZ EDI mit den Therapieverfahren der oralen Augmentation von Hartgeweben auseinandergesetzt und neu klassifiziert. Laut Mitteilung des BDIZ EDI bewertet die Cologne Classification of Alveolar Ridge Defect (CCARD) Eigenknochen und Knochenersatz-Materialien für die orale Implantologie. Ziel der Konferenz war die Entwicklung einer einfachen therapieorientierten Defektklassifikation unter Berücksichtigung existierender Einteilungen. |

 

Unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Joachim E. Zöller (Uni Köln) diskutierten deutsche und internationale Praktiker und Hochschullehrer das Thema unter verschiedenen Gesichtspunkten und aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Am Ende stand der Konsensus zur CCARD-Klassifikation, dem ein Arbeitspapier der Universität Köln als Grundlage diente. Die Ergebnisse:

 

  • Kein Einschluss von Extraktionsalveolen (wegen fortschreitendem Remodeling, Weichgewebsdefekt, Morphotyp)
  • Drei Charakteristika des Defekts: Richtung, Größe und Einbettung in die Umgebung. 1. Code: Defektorientierung (H: horizontal, V: vertikal, K: kombiniert, S/+S: Sinus maxillaris); 2. Code: Rekonstruktionsbedarf des Defekts (1: < 4 mm, 2: 4-8 mm, 3: > 8 mm); 3. Code: Relation von Augmentation und Kieferkurvatur (i: intern, innerhalb, e: extern, außerhalb).

 

Defektcode H.1.i

Defekt unter 4 mm, innerhalb der Kurvatur

Defektcode S.1

Sinusdefekt unter 4 mm (keine i/e Angabe erforderlich)

Defektcode K.2.e.S2

kombinierter Defekt von 4 bis 8 mm, außerhalb der Kurvatur, mit Sinusdefekt von 4 bis 8 mm

 

 

Die Referate umfassten die Grundlagenforschung, chirurgische und regenerative Verfahren mit autologem oder allogenem Knochen sowie verschiedene tierische oder synthetische Knochenersatzmaterialien (KEM). Dabei wurde der Einsatz von KEM und verschiedenartigen Membranen kontrovers diskutiert. Laut Prof. Zöller wird autologer Knochen in zehn Jahren nicht mehr der Goldstandard sein. „Es ist viel Bewegung in der Stammzellenforschung und viele Länder investieren hier hohe Summen“, so Prof. Zöller. Ob die Kombination von Ersatzmaterialien mit Stammzellen eine echte Alternative zu Eigenknochen werden kann, hängt von den möglichen Trägermaterialien ab. Dr. Dr. Daniel Rothamel (Uni Köln) erläuterte, dass heute Verfahren mit zusätzlichem Einsatz von Knochen oder KEM Standard seien. In 20 Jahren werde man vielleicht immer Mischungen aus synthetischem Material und Eigenknochen verwenden können, um so Integration und Resorption gut zu verbinden.

 

Das ausführliche Konsensuspapier der 8. Europäischen Konsensuskonferenz finden Sie auf der Homepage des BDIZ EDI unter: www.bdiz.de