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31.01.2020·Implantologie Implantatwanderung im Knochen bei Belastung

·Implantologie

Implantatwanderung im Knochen bei Belastung

| Klinische Beobachtungen hatten angedeutet, dass kieferorthopädische Mini-lmplantate ihre Position im Knochen entlang ihres Belastungsvektors verändern könnten. Tierversuche an Ratten bestätigten diese Vermutung. |

 

Die Versuche an der Universität Düsseldorf zeigten, dass sich diese Umbauvorgänge auch in der lokalen Mikro-Angiogenese der Blutgefäße widerspiegeln und dass die applizierte Kraft einen Einfluss auf die Gefäßneubildung hat. Vorläufige Untersuchungen ergaben signifikant unterschiedliche Gefäßdicken je nach applizierter Kraftgröße, wobei die dicksten Gefäße an den am stärksten belasteten Implantaten (1,5 N) gefunden wurden. Die Gefäßdicken waren in Belastungsrichtung zudem signifikant größer als in Gegenrichtung.

 

PRAXISTIPP | Gerade bei KFO-Implantaten, auf denen seitliche Zugkräfte wirken, muss man davon ausgehen, dass die Verankerung nicht statisch ist. Abweichungen von der ursprünglichen Planung scheinen nicht nur von lockeren Implantaten auszugehen, sondern auch von Implantaten, die ihre Position verändern und dabei stabil im neu gebildeten bzw. umgebauten Knochen sitzen. Ob und wie man das bei der Planung der KFO berücksichtigen muss, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

 

Quelle

  • Hüfner M et al. Mikro-Angiogenese an kieferorthopädischen Mini-Implantaten unter Krafteinwirkung ‒ eine Mikro-CT-Studie im Rattenschwanzmodell. 52. Jahrestagung der AfG, Mainz, 09.‒10.01.2020.