Parodontitis-App: kein signifikanter zusätzlicher klinischer Nutzen
Eine im Juli 2026 veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie ergab, dass die Nutzung der Parodontitis-App Paro-ComPas als Ergänzung zur Standardtherapie keinen signifikanten zusätzlichen klinischen Nutzen bietet.
Von den 180 Teilnehmern schlossen 148 die Studie ab. Beide Gruppen zeigten erhebliche klinische Verbesserungen. Der unbereinigte Unterschied zwischen den Gruppen fiel zugunsten der Kontrollgruppe aus [7,70 Prozentpunkte (0,55; 14,85) bei T0–T2]; die bereinigte Analyse ergab keinen signifikanten Unterschied beim primären Endpunkt (1,56 Prozentpunkte; p = 0,352) oder bei den sekundären Endpunkten. Die Einhaltung des Protokolls war suboptimal. Explorative Analysen ergaben, dass moderate App-Nutzer im Vergleich zu seltenen Nutzern eine signifikant stärkere Plaque-Reduktion erzielten (-14,95 pp; p = 0,034).
Diese Studie ergab keinen signifikanten Nutzen einer digitalen Begleit-App als Ergänzung zur systematischen Parodontaltherapie. Explorative Ergebnisse deuten auf potenzielle Vorteile bei Nutzern mit mäßiger Nutzung hin.
[!] Die Untersuchung an 194 Patienten zeigte, dass beide Gruppen signifikante Verbesserungen erzielten, jedoch keine Überlegenheit der App-gestützten Behandlung festgestellt wurde, was zur Ablehnung der Kostenübernahme durch den G-BA führte.
Dannewitz B, Deschner J, Dörfer C, Dommisch H, Eickholz P, Förster L, Jablonowski L, Lingwal N, Listl S, Rütters M, Weinert L, El Sayed N; Paro‐ComPas Collaborators. Clinical Outcomes of a Digital Companion in Periodontal Care: A Randomised Controlled Trial. J Clin Periodontol. 2026 Jul 30. doi: 10.1111/jcpe.70181. Epub ahead of print. PMID: 42532127.