Low-Level-Lasertherapie kann postoperative Schmerzen mindern

Die Low-Level-Lasertherapie scheint die frühe Heilung zu beschleunigen und postoperative Schmerzen nach oralchirurgischen Eingriffen zu lindern, wobei keine signifikanten Nebenwirkungen berichtet wurden und es Hinweise auf eine Verringerung der postoperativen Komplikationsraten gibt.

Eine einmalige Low-Level-Lasertherapie (LLLT) unmittelbar vor einer Knochenosteotomie zur Implantatinsertion kann postoperative Schmerzen minimieren – unabhängig von der Komplexität des Eingriffs oder den Merkmalen der Implantationsstelle. Somit stellt sie eine einfache, ergänzende Strategie zur Schmerzlinderung dar.

Es wurden Daten aus zwei randomisierten, kontrollierten Studien herangezogen. In diesen Studien gaben die Patienten ihre maximalen postoperativen Schmerzen anhand einer visuellen Analogskala (VAS) sowie die Häufigkeit der Einnahme von Schmerzmitteln in der ersten Woche nach der Operation an. Die Lasertherapie (Therapy XT®, DMC Group) mit einer Gallium-Aluminium-Arsenid-Diode (GaAlAs) bei einer Wellenlänge von 808 nm und einer Leistung von 100 mW wurde vor der Knochenperforation an sechs Punkten angewendet (jeweils 80 Sekunden pro Anwendungsstelle, was einer Energiedichte von 11 J/cm² entspricht).

Insgesamt wurden 114 Implantate bei 62 Patienten eingesetzt. In der LLLT-Gruppe wurden niedrigere postoperative Schmerzwerte angegeben (p = 0,013). Hinsichtlich der Einnahme von Schmerzmitteln wurde jedoch kein Unterschied beobachtet (p = 0,314). Auch beim Vergleich der Platzierung einzelner oder mehrerer Implantate (p = 0,121) sowie der Lage des Knochenbetts (p = 0,502) wurden keine Unterschiede festgestellt. [1]

Eine Übersichtsarbeit zeigt weitere positive Ergebnisse

Eine systematische Übersichtsarbeit bestätigt die Ergebnisse und zeigt weitere Vorteile auf: Sie bewertete randomisierte kontrollierte Studien, die die Wirkung der Low-Level-Lasertherapie auf die postoperative Heilung und das Wohlbefinden nach oralchirurgischen Eingriffen untersuchten. Es wurden 18 Studien mit 771 Teilnehmern einbezogen.

Die chirurgischen Eingriffe umfassten die Entfernung von Weisheitszähnen, die Implantatinsertion sowie eine Reihe von parodontalen und mukogingivalen Eingriffen. Die meisten Teilnehmer waren gesunde Erwachsene. Die Laserparameter reichten von 660 bis 1064 nm Wellenlänge und von 3 bis 35 J/cm² Energiedichte.

Die Low-Level-Lasertherapie verbesserte in den einbezogenen Studien die frühe Epithelisierung und die Weichteilheilung signifikant, insbesondere bei Verwendung von Wellenlängen zwischen 660 und 810 nm und Fluenzen zwischen 3 und 12 J/cm². Mehrere Studien berichteten über eine Verringerung entzündlicher Zytokine wie TNF-α und IL-6 sowie über eine erhöhte Expression des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors. Die Schmerzwerte sanken innerhalb der ersten postoperativen Woche um rund 30-55 %, und mehrere Studien berichteten über weniger postoperative Komplikationen, darunter verzögerte Heilung und lokale Infektionen, in den mit Laser behandelten Gruppen.

[1] M. d. A.Kinalski, B. A.Agostini, R.Sarkis-Onofre, C. D.Bergoli, and M. B. F.dos Santos, “Influence of Low-Level Laser Therapy on Postoperative Pain After Dental Implant Placement: Results From 2 Randomised Controlled Trials,” Oral Surgery (2026): 1–7, https://doi.org/10.1111/ors.70055.
[2] The efficacy of low-level laser therapy in oral surgery: a systematic review of randomized controlled trials. Photodiagnosis Photodyn Ther 2025; https://doi.org/10.1016/j.pdpdt.2025.104594.
Ahmed, A., Shazo, S. Low-level laser therapy in oral surgery: how strong is the evidence for improved postoperative outcomes?. Evid Based Dent 27, 5–7 (2026). https://doi.org/10.1038/s41432-025-01201-z

 

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