Mehr Zink im Blut – geringeres Parodontitis-Risiko

Eine im Journal of Clinical Periodontology veröffentlichte Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Plasma-Zinkkonzentrationen und dem Risiko für Parodontitis.

Unter den untersuchten Metallen zeigte Zink die stärkste inverse (umgekehrte) Korrelation mit dem Auftreten von Parodontitis. Höhere Zinkkonzentrationen im Blut gehen demnach mit einem geringeren Parodontitis-Risiko einher. Die Multi-Omics-Analysen deuteten auf eine Aktivierung des NF-κB/NLRP3-Inflammasoms bei niedrigen Zinkwerten hin. Das Entfernen von Zink (Zink-Chelation) führte in vitro zu einer erhöhten Ausschüttung von Entzündungsmarkern wie IL1B, IL18, NLRP3, CASP1 und RELA. Virtuelle Knockout-Analysen legten nahe, dass Zink zudem an der Regulierung des Zytoskeletts, der Integrin-Signalgebung sowie dem Übergang von Fibroblasten beteiligt ist.

[!] Die Studie kann aufgrund ihres Designs keine zeitliche Abfolge oder direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung nachweisen. Es bleibt also unklar, ob niedrige Zinkwerte die Parodontitis begünstigen oder ob die parodontale Entzündung selbst zu einem Absinken des Plasma-Zinks führt. Die Ergebnisse liefern Anhaltspunkte für die potenzielle antiinflammatorische Rolle von Zink im Mundraum. Sie begründen zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch keine spezifischen neuen klinischen Leitlinien oder generelle Empfehlungen zur Zinksupplementierung bei Zahnfleischerkrankungen.

Lin, Y., L. Su, H. Liu, et al. 2026. “ Zinc Inversely Associates With Periodontitis Risk: An Exploratory Multi-Omics Study Integrating Metallomics, Transcriptomics and Cellular Analyses.” Journal of Clinical Periodontology 1–12. https://doi.org/10.1111/jcpe.70207.

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