Abmildern der Kaubelastung: Was ist besser als der Locator®?
Zur Versorgung eines stark atrophierten unbezahnten Unterkiefers haben sich implantatgestützte Overdenture-Prothesen bewährt. Mit zwei interforaminalen Implantaten gelingt es, dem Prothesenkörper bei der Kaufunktion die erforderliche Stabilität zu verleihen. An der Universität des Saarlandes wurde die auf die Implantate übertragene Kaubelastung peri-implantär analysiert und eingeordnet.
Untersucht wurden zwei konventionelle und ein neuartiges prothetisches Verbindungselement: Das Zylinderteleskop, das Locator®-Attachment (Zest Dental Solutions) und ein neuartiges Teleskopsystem, welches ein flexibles Befestigungssystem mit einer Formgedächtnislegierung im Sinne eines Nitinol-Drahtes mit Memoryeffekt aufweist.
Eine Krafteinwirkung von 50 Newton wurde fünf Mal auf jede Messprothese aufgebracht. Das traditionelle Zylinderteleskop verursachte bei applizierter Belastung der Prothese eine peri-implantäre Spannungsentwicklung von 152,16 µm/m. Der Locator mit blauem Retentionsringeinsatz ergab 58,86 µm/m (p= 0,009). Das neuartige NiTi- Attachment erbrachte einen Mittelwert von 23,97 µm/m (p= 0,039).
Die hohen peri-implantären Spannungswerte, wie sie vom starren Zylinderteleskop hervorgerufen werden, schränken seine klinische Verwendung stark ein. Auch der verwendete Locator verursachte erhebliche Kräfte, was als Ursache für Verschleiß und häufigeren Austausch zu sehen ist. Beim Ni-Ti-Attachment darf aufgrund der geringen Belastungsübertragung mit geringer Abnutzung und damit langzeitiger nachbesserungsfreier Gebrauchsphase gerechnet werden.
Diehl, Lisa Maria; Schulz, Annika; Heckmann, Siegfried; Grobecker-Karl, Tanja (Homburg) . Belastungsanalyse mit einem neuartigen prothetischen Verbindungselement . 4. Gemeinschaftskongress der zahnärztlichen Fachgesellschaften, Berlin, 30.10.-01.11.2025.