Auswirkungen von Medikamenten auf die Ergebnisse bei Implantaten
Eine Übersichtsarbeit untersuchte den Einfluss systemischer Medikamente auf den Erfolg von Zahnimplantaten anhand von 51 klinischen Studien. Dabei zeigten Antikoagulanzien, Protonenpumpenhemmer, SSRIs und langfristig angewendete NSAIDs ein erhöhtes Risiko für Implantatkomplikationen, während Antihypertensiva und Immunsuppressiva keinen messbaren negativen Effekt aufwiesen.
Bei der Planung einer Implantatbehandlung wird dem Zahnarzt empfohlen, Patienten, die Antikoagulanzien einnehmen, sowie Patienten mit langfristiger Einnahme von NSAIDs, PPI und SSRI besondere Aufmerksamkeit zu widmen, da bei ihnen ein erhöhtes Risiko für Implantatversagen und/oder marginalen Knochenverlust bestehen kann.
- Antikoagulanzien (umgangssprachlich „Blutverdünner“) sind Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen und so die Bildung von gefährlichen Blutgerinnseln verhindern. die Entstehung von Thromben in venösen Gefäßen unterdrücken.
- NSAIds (Nichtsteroidale Antirheumatika) sind Medikamente, die schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirken.
- SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) sind eine wichtige Klasse von Antidepressiva zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen.
- Protonenpumpenhemmer (PPI) sind Medikamente, die die Produktion von Magensäure stark verringern. Sie dienen auch als Begleitung bei der langfristigen Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac), um den Magen zu schützen.
[!] Der Zusammenhang zwischen biologischen Implantatkomplikationen und der Einnahme systemischer Medikamente wird jedoch nach wie vor nur unzureichend dokumentiert. Diese uneinheitlichen Ergebnisse sowie die potenziellen Auswirkungen von Komorbiditäten unterstreichen die Notwendigkeit einer vorsichtigen Interpretation und weiterer Untersuchungen.
Monje, A., M. C. Soldini, E. Couso-Queiruga, Á. Babiano, and V. Chappuis. 2026. “ Effect of Medication Intake on Dental Implant-Related Outcomes—A Scoping Review.” Clinical Oral Implants Research 37, no. 9: 1033–1056. https://doi.org/10.1111/clr.70151.