Zahnmedizin

Neuer Ansatz gegen Parodontitis: Bakterien im Mundraum hemmen statt zerstören

Die Projektpartner*) des Projekts „Paropaste“ setzen darauf, Parodontitis-Keime nicht abzutöten, sondern unschädlich zu machen. Diesen Ansatz, der zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen beitragen könnte, stellte das Forschungs-Konsortium aus Halle/ Saale 2024 auf der „IADR/AADOCR/CADR General Session“ in New Orleans.

Weil insbesondere bei schweren Verläufen von Parodontitis auch Antibiotika zur Behandlung eingesetzt werden, tragen die hohen Fallzahlen der Krankheit zur Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen und zur Entstehung multiresistenter Keime bei. Im Verbundprojekt „Paropaste“, das mit insgesamt 3 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, setzen die Projektpartner auf einen alternativen Ansatz zur Hemmung der schädlichen Bakterien: Sie wollen mit einem speziellen Wirkstoff, der direkt im Mundraum appliziert wird, ein Enzym hemmen, das fast ausschließlich in den Parodontitis verursachenden Bakterien vorkommt. Ohne die Wirkung dieses Enzyms kann das Bakterium mehrere sogenannte Virulenzfaktoren nicht mehr produzieren, und somit letztlich keine Erkrankung beim Menschen mehr hervorrufen.

[!] Wenn die Projektpartner*) erfolgreich sind und das Wirkpotenzial des Ansatzes nachweisen können, soll „Paropaste“ in klinischen Studien erprobt werden. Von einem wirkungsvollen neuen Therapieansatz könnten danach allein in Deutschland jährlich rund 20 Millionen Patientinnen und Patienten profitieren.

*) PerioTrap Pharmaceuticals GmbH, Skinomics GmbH, Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI und Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS.

Vortrag „A new approach for re-balancing the oral microbiome“. 2024 IADR / AADOCR / CADR General Session, New Orleans, 14. 03. 2024.