Der Intraoralscan in der Implantatprothetik

Die digitale Abformung mittels Intraoralscanner gewinnt in der Implantatprothetik durch die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung. Der Intraoralscan stellt eine vielversprechende Technologie in der Implantatprothetik dar, nach aktuellem Stand der Literatur insbesondere für Einzelzahnversorgungen und kurzspannige Brücken.

12 Studien von 2019 bis 2024 wurden für eine Literaturrecherche analysiert. Die Genauigkeit des Intraoralscans und dessen klinische Anwendbarkeit bedarf einer differenzierten Bewertung in Bezug auf verschiedenen Indikationsbereiche.

  • Bei Einzelimplantaten und kurzspannigen Implantatbrücken weisen digitale Abformungen vergleichbare oder bessere Genauigkeitswerte im Vergleich zu konventionellen Abformungen auf.

  • Im Gegensatz dazu fehlen für großspannige implantatgetragene Konstruktionen, Full-Arch-Versorgungen oder für herausnehmbaren implantatgetragenen Zahnersatz bislang belastbare klinische Daten. Denn neben der Scannspanne müssen bei der Bewertung der klinischen Anwendbarkeit des Intraoralscans allgemeine und implantatspezifische Einflussfaktoren auf die Scangenauigkeit berücksichtigt werden: Die Implantatposition und -angulation sowie der Scanbody im Hinblick auf Design, Material und Passung im Implantat werden für die Genauigkeit als entscheidend bewertet.

Die Scangenauigkeit von Segment- und Quadrantenscans ist im Vergleich zu Ganzkieferscans höher einzuschätzen, da die Datenqualität mit zunehmender Scanspanne abnimmt. Zahnlose Areale stellen aufgrund fehlender Referenzpunkte eine zusätzliche Herausforderung dar.

Ruhstorfer, Miriam; Güth, Jan-Frederik; Graf, Tobias (Frankfurt). Im Spannungsfeld zwischen klinischer Anwendung und wissenschaftlicher Evidenz – der Intraoralscan in der Implantatprothetik. 4. Gemeinschaftskongress der zahnärztlichen Fachgesellschaften, Berlin, 30.10.-01.11.2025.

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